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Einst entschied ich mich, mein Herz zu verschenken. Zu verschenken an jemanden, dem die Freiheit stets das höchste Gut war. Ich liebte den Buntfalken für seine Freiheit. Es war immer Wind unter seinen Flügeln. Nie hätte ich ihm dieses Begehren nehmen können, kannte ich das Sehnen doch selbst zu gut. Ich schenkte ihm mein Herz um seiner Freiheit willen. Für ihn war dieses Geschenk Tonnen schwer und eisernen Ketten gleich, die ihn für immer fesseln wollten. Er verstand nicht. Fürchtete. Und floh. Flog davon und ließ mein Herz zurück.
Vom Himmel fiel es, als er fort flog, und zerbrach. Zerschellte in so viele kleine und große Teile. Jahre vergingen. Sorgsam kehrte ich sie auf und setzte sie zusammen. Eines nach dem anderen. Die Zahl war so unendlich groß. die Scherben ach so winzig klein, dass ich ihren alten Platz nicht finden konnte. Neu gefügt habe ich sie aneinander. Und vielleicht ein Teil zu viel genommen.
Denn seit dem ist eine Traurigkeit in mir, die ich niemals verlier. Klein ist sie und selten mächtig. Doch sie ist immer da. Ein schwarzes Mal, das mich zeichnet. Es braucht nicht viel, nur die richtigen Worte zur richtigen Zeit, dann breitet es sich aus. Frisst Scherbe um Scherbe, bis es mein Herz verschlungen hat.
Täte ich es dem Buntfalken gleich, und schwänge mich in die Lüfte, breitete die Flügel aus und ließe mich tragen vom Wind in Freiheit, ob ich es dann zurück lassen könnte?
3.12.17 21:32


Ich bin nicht glücklich. Es ist die ewig gleiche Erkenntnis eines jeden Tages. Ich bin nicht glücklich.
Doch solange ich nicht weiß, was genau mir fehlt; solange ich nicht weiß, was genau mir schadet; solange bringt mir die Erkenntnis nichts.
2.12.17 22:27


Wer bin ich? Wer bin ich? Es ist die zentrale Frage eines jeden Seins.
Die vergangenen Jahre haben mich verändert. Haben mich härter und stärker gemacht. In mancher Hinsicht besser. Beruflich leiste ich, was kaum jemand vermag. Habe eine Position inne, genieße Vertrauen, habe allen Grund, stolz auf mich zu sein. Doch jeder Erfolg geht mit Opfern einher. Und auch wenn ich den Hebel umlegen kann, tagsüber ein Lächeln und Freundlichkeit, Fröhlichkeit, Energie meine Mimik zieren, so bricht zum Feierabend doch die Fassade ein. Es ist eine tiefe Erschöpfung in mir, die alles vernebelt, was den Menschen Ich doch ausmacht. Außerhalb meines Berufes ist mir außer der Erschöpfung nicht mehr viel geblieben. Ich habe mich in ihrem Nebel verloren, und weiß noch nicht, wie ich mich wieder finden kann. Nur eines weiß ich: dass es das nicht wert sein kann. Doch durchgedrungen ist auch das noch nicht zu mir.
25.11.17 21:18


Es gab in meinem Leben loyale Menschen. Menschen, die mich liebten, wie ich bin. Mit all meinen Fehlern und Widersprüchen. Sie verstanden mich nicht immer, konnten mein Handeln oft nicht nachvollziehen. Doch sie waren immer für mich da und ließen mich nie im Stich.
Dennoch kehrte ich ihnen den Rücken. Drehte mich einfach um und ging. Ließ sie allein zurück und einsam. Einen nach dem anderen. Wollte ihre Nähe nicht, fürchtete sie zu sehr.
Heute, in dieser Nacht, gibt es wenig, das ich mehr bedauer.
12.11.17 20:45


Eine Entscheidung wurde gefällt. Konsequenzen gezogen. Das Leben verändert. Ein neuer Weg eingeschlagen für diese Entscheidung.
Doch muss ich mich daran erinnern, dass es nicht mehr war als das. Eine Entscheidung. Keine Endgültigkeit.
22.10.17 22:26


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