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Vermisse ich den Menschen, den ich zu lieben glaube, auch in Zeiten, in denen ich glücklich bin? Denn wenn nicht, gilt meine Liebe vielleicht auch nur der Erinnerung an die "glückliche Vergangenheit" und nicht ihm selbst.
Aber die Frage ist falsch gestellt. Es müsste heißen: bin ich glücklich ohne ihn? Denn tatsächlich kann ich mich zwar an durchaus zufriedene Momente ohne ihn erinnern - das sind dann die, in denen ich mir vornehme ihn zu vergessen. Wirklich glücklich war ich aber nicht mehr seit er fort ist.
Und letztlich ist doch alles Trug, weiß ich doch, dass ich auch mit ihm nur allzu oft furchtbar unglücklich war. Es war doch immer nur erschlichenes Glück auf anderer Leute Kosten, immer falsch und durchzogen von Lügen. Es hat mich traurig und verzweifelt gemacht ein ums andere Mal. Dennoch bleibt es die glücklichste Zeit.
Welch Wahnwitz.

Derzeit ist mein Verstand klar genug zu wissen, dass die alten Regeln nicht mehr von Bestand sind. Ich bekomme nur Gewissheit, wenn ich ausspreche wie ich zu ihm stehe. Und wenn ich nicht den Mut dazu aufbringen kann, wenn die Angst zu groß ist ihn endgültig fortzutreiben, dann habe ich es auch nicht verdient. Dann muss ich lernen mit der Konsequenz meines Schweigens zu leben und den Blick nach vorn zu richten. Es kann nicht so weiter gehen mit all den Halbwahrheiten, ich weiß es doch. Irgendwann werde ich danach leben können.

Zurzeit sehe ich erneut kein Vorankommen für mich. Keinerlei persönliche Entwicklung, ein Stillstand körperlich wie geistig. Gefühlte Liebe ist alt und vergiftet über all die Jahre, in denen sie nicht gelebt wurde. Neue Liebe ist nicht in Sicht. Wie könnte ich sie auch erkennen, trage ich doch Scheuklappen? Warum mit weniger zufrieden geben als ich schon einmal hatte? Warum eine Bindung an einen Menschen eingehen, den ich nicht so achten und schätzen kann wie ich es in der Vergangenheit schon einmal durfte? Wieviel Potential ich dadurch wohl schon übersehen habe...
Es gibt keinen Antrieb für Fortschritt. Weil es keine Konsequenzen gibt. Wenn ich alles so lasse wie es ist, was erwartet mich denn schon? Keine Veränderung. Nun gut, aber ich habe mich eingerichtet in meinem Mittelmaß. Es geht mir doch ganz gut. Den Seelenverwandten vermisse ich so lange schon, die Einsamkeit ist so viele Jahre schon an meiner Seite, mit meinem Körper leb ich gleichermaßen lang. Nun gut, dann bin ich nicht glücklich, aber es ist nichts, was mich erschreckt. Nichts, was ich fürchten muss. Vielmehr altbekannter Gleichmut, in dem ich es mir bequem gemacht habe. Verändere ich nichts, verliere ich auch nichts. Was also soll mich dann antreiben?
19.8.12 22:01
 


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