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Nun ist es also wieder vorbei. Das Stadtfest. Einer meiner Jahreshöhepunkte. Wie es gelaufen ist? Nun, letztlich wohl ganz erfolgreich, wenn auch es in vierlei Hinsicht überraschend war.
Viel neues über meinen Ex erfahren und über die ganzen Lügen, die er über mich erzählt. Mein allererster Freund wird jetzt Papa und ist super stolz. Einige meiner Lieblingsfreunde habe ich vermisst, die Anwesenheit anderer hat es weitgehend ausgeglichen. Und die letzte Nacht hat der Buntfalke in meiner Wohnung verbracht.
War es ein Erfolg? Bedingt. Im letzten Jahr war ich es, die das gemeinsame Verlassen der Stadt initiierte. Ich war es, die ihn herausforderte, provozierte. Dieses Jahr nicht. Dieses Jahr ging ich nicht davon aus erfolgreich damit zu sein. Doch dann verließ sie die Kneipe und er blieb. Seine Freunde gingen und er blieb. Und kurz darauf fragte er mich, ob wir jetzt endlich nach Hause würden. Er und ich, wir beide würden jetzt gehen. Wie könnte ich ihm dies verwehren? Ein alter Freund von meinem Ex hing noch an mir dran, den mussten wir ein wenig unfein abhängen, aber letztlich sind wir dann zu mir. Der Buntfalke zieht gerade um und hat nirgendwo so recht ein Bett stehen. Nur deswegen war er bei mir. Um zu schlafen. Nur deswegen. Es hätte mir gereicht. Mehr wollte ich an diesem Abend gar nicht. Doch als dann die Lichter aus waren, überlegte es sich etwas in seinem Kopf anders. Ich weiß nicht, was es war. Ich weiß nicht, ob ich es verstehen kann. Es war verzweifelte Nähe ohne sich tatsächlich nah zu sein. Es war eine Umarmung mit größtmöglichem Körperkontakt ohne Sicht, ohne Blickkontakt, in absoluter Dunkelheit. Es war Berührung ohne zu erreichen. Lang hat es nicht gedauert in völligem Schweigen, doch glücklich haben die wenigen Minuten uns nicht gemacht. Kein Wort wurde gesprochen und auch als wir danach Arm in Arm einschliefen, redeten wir nicht. Der schlechte Nachhall dieses Etwas, das ich nicht greifen kann, reichte bis heute Morgen. Wortkarg war das Aufwachen und wortkarg der Abschied. Es bleibt wohl abzuwarten, wann ich ihn wiedersehe.
Also war es ein Erfolg? Er verbrachte die Nacht mit mir. Vor dem Wochenende war es genau das, was ich gewollte hatte. Insofern also ja. Doch gleichzeitig habe ich selten so wenig über uns gewusst wie nach diesem Abend. Warum musste es mehr werden als einfache Übernachtung? Brauchte er für sich eine Rechtfertigung für seine Anwesenheit bei mir? Oder nahm er einfach nur eine Gelegenheit war? Aber Sex hätte er auch mit ihr haben können, warum dann gehen mit mir? Der Abschied war anonym, unterkühlt. Lag es an den Anrufen, die er bekam während er schlief? War es sie gewesen, die wissen wollte, wo er geschlafen hatte, und fühlte er sich schlecht deswegen?
Ich hatte mir von diesem Wochenende einen Eindruck erhofft wo wir stehen, was wir einander sind. Doch heute würde ich nicht ausschließen wollen, dass es tatsächlich das letzte Mal gewesen ist.
Dieses Wochenende war definitiv ein Jahreshöhepunkt. Was auch immer das jetzt heißen mag...
2.9.12 22:26
 


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